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Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Dieses Thema im Forum "Die Philosophen" wurde erstellt von FritzR, 6. Juni 2009.

  1. moebius

    moebius Well-Known Member

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    11. März 2009
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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Sehr interessanter link! (Merci!)
    Den Buchtitel lasse ich mir "auf der Zunge zergehen":
    "Die Erfindung des Deutschen Idealis-mus"

    Die philosophische Kotroverse zwischen Idealis- und Materialis-mus ist getauter Schnee des 18./19. Jahrhunderts ...
    Gruß, moebius
     
  2. moebius

    moebius Well-Known Member

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    11. März 2009
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    42.487
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Antwort:
    Das kommt halt darauf an, wer was unter "Transzendenz" versteht...
    Mit Karl JASPERS "Chiffren der Transzendenz" kann ich sehr viel anfangen, bei dem theologischen Transzendenz-Gesülze muss ich halt, wie bereits bekannt: :spei2: = Kotzen ...
    Danke für die Literaturempfehlung und Gegengegengruß...:clown2:
     
  3. Reinhard70

    Reinhard70 Active Member

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    im Bereich der schönsten Seen Bayerns
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    1. Klar!
    Ich identifiziere sie gerne mit der "Absolutheit",
    die es (aus meiner Sicht) nicht geben kann,
    2. bin aber selbst keineswegs sicher, ob es Sinn hat,
    die Diskussion über "Transzendenz" (Gottes) hier
    weiterzuführen.
     
  4. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Hallo Hegel-Freunde und
    liebe Hegel-Interessierte,

    ich habe dies Wochenende keine Zeit, weil ich vom Konzert zum Festival, weshalb ich die Fragen auch erst später beantworten kann...

    Aber ich habe hier mal Leckerlie für alle jene, die sich mit Hegels Philosophie-System näher befassen möchten.

    Die Habitilationschrift von Prof. Dr. Klaus Düsing mit dem Thema:
    >>> Hegel und der spekulative Idealismus <<<
    als Lesung hier kostenlos downloaden.

    Die MP3-Dateien sind in einem ZIP-Pack archiviert.

    http://rapidshare.com/files/251363193/Hegel.zip

    Lieben Gruß
    schöÖönes Wochenende
    Axl
     
  5. FritzR

    FritzR Active Member

    Registriert seit:
    6. Oktober 2008
    Beiträge:
    2.809
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    Im Nordwesten Baden-Württembergs
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Noch was für die Zunge:

    Safranski, Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus
    Prolog

    Nach Schillers Tod am 9. Mai 1805 wurde die Leiche obduziert. Man fand die Lunge »brandig, breiartig und ganz desorganisiert«, das Herz »ohne Muskelsubstanz«, die Gallenblase und die Milz unnatürlich vergrößert, die Nieren »in ihrer Substanz aufgelöst und völlig verwachsen«. Doktor Huschke, der Leibmedicus des Weimarer Herzogs, fügte dem Obduktionsbefund den lapidaren Satz hinzu: »Bei diesen Umständen muß man sich wundern, wie der arme Mann so lange hat leben können«. Hatte nicht Schiller selbst davon gesprochen, daß es der Geist sei, der sich seinen Körper baut? Ihm war das offenbar gelungen. Sein schöpferischer Enthusiasmus hielt ihn am Leben über das Verfallsdatum des Körpers hinaus. Heinrich Voß, Schillers Sterbebegleiter, notierte: »Nur bei seinem unendlichen Geiste wird es erklärbar, wie er so lange leben konnte«.
    Aus dem Obduktionsbefund läßt sich die erste Definition von Schillers Idealismus ablesen: Idealismus ist, wenn man mit der Kraft der Begeisterung länger lebt, als es der Körper erlaubt. Es ist der Triumph eines erleuchteten, eines hellen Willens.
    Bei Schiller war der Wille das Organ der Freiheit. Die Frage, ob es einen freien Willen geben könne, beantwortete er eindeutig: Wie sollte er nicht frei sein dieser Wille, da jeder Augenblick einen Horizont von ergreifbaren Möglichkeiten eröffnet. Man hat zwar stets begrenzte, aber unerschöpfliche Möglichkeiten vor sich. Insofern ist Freiheit offene Zeit.
    Doch es geht nicht nur um die Wahl zwischen Möglichkeiten, noch entscheidender ist der schöpferische Aspekt der Freiheit. Man kann auf Dinge, Menschen und auf sich selbst einwirken nach Maßgabe von Ideen, Absichten, Konzepten. Die schöpferische Freiheit bringt etwas in die Welt, das es ohne sie nicht geben würde, sie ist immer auch eine creatio ex nihilo. Sie ist auch die Kraft der Vernichtung, ebenso kann sie den üblen Wirkungen widerstehen, zum Beispiel den Schmerzattacken des Körpers. Schiller hatte ein kombattantes Verhältnis zur Natur, auch der eigenen. Der Körper ist dein Attentäter! Darum erklärte Schiller, daß wir unsern physischen Zustand, der durch die Natur bestimmt werden kann, gar nicht zu unserm Selbst rechnen, sondern als etwas Auswärtiges und Fremdes (V; 502) zu betrachten hätten.
     
  6. moebius

    moebius Well-Known Member

    Registriert seit:
    11. März 2009
    Beiträge:
    42.487
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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Vielen Dank für diese Ergänzung!
    Ich schätze SAFRANSKI als ausgezeichneten Vermittler des Gedankenguts von gestern...z.B. u.a. seine Schopenhauer-Biographie "Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie" München-Wien 1987.
    Gegen die o.g. eher psychologische Definition von Idealismus habe ich auch gar nichts einzuwenden, sondern nur gegen den Idealis-mus als eine der vielen Gestalten der philosophischen Ideologien...
    Gruß, moebius
     
  7. antidogmatismus

    antidogmatismus New Member

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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Ich habe mit Hegel so meine Probleme und versuche mich kurz zu fassen.
    1.Hegel war offizeller Staatsphilosoph Preußens, und hat deswegen die Staatsmacht als höchste ausformung der Freiheit verteidigt, wo es nur ging, dabei hat er aber nichts neu erfunden sondern eher Platon hervorgeholt.
    Was auch Zeitgenossen (so z.B Schopenhauer) aufgefallen ist, man Hegel aber als Opportunismus unterstellen könnte, hat gesellschaftlich aber einen weitaus bedenklicheren Einfluss als es zuerst erscheinen mag; durch Hegels Philosophie lassen sich alle erdenklichen Arten von totalitären Systemen rechtfertigen.

    2."Herr und Knecht"

    3. Hegel schreibt in einer schwer fassbaren hypnotischen Sprache, die, laut Popper, von fehlender philosphischer Substanz ablenken soll, und viel eher darauf abzielt den Leser zu beeindrucken.

    4. Die hegelsche Dialektik, die dieser auf eine Stufe mit der Logik erhebt, lässt sich anhand der Logik widerlegen; zumindest kann ihre Allgemeingültigkeit widerlegt werden.
     
  8. moebius

    moebius Well-Known Member

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    11. März 2009
    Beiträge:
    42.487
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Wer mit HEGEL keine Probleme hat, dem ist eh' nicht mehr zu helfen ...:lachen:
    Zu 1.:
    Ja, deshalb hat POPPER ihn auch zu den Feinden der "offenen Gesellschaft" gerechnet, wie übrigens auch Platon!
    Zu 2.:
    War wahrscheinlich eine Steilvorlage beispielsweise für K.MARX...:dontknow:
    Zu 3.:
    Das könnte sein! Ausserdem verstand HEGEL kaum etwas von Mathematik und Naturwissenschaften seiner Zeit ...
    Zu 4.:
    Ja, zumal es mindestens 4 oder 5 verschiedene Logik-Systeme gibt ...inzwischen ....
    Gruß, moebius
     
  9. antidogmatismus

    antidogmatismus New Member

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    2
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    ich bin dankbar für deine antwort!
    das klingt vielleicht jetzt eigenartig, aber einen so gepflegten stil kenn ich von keinem internetforum; ich habe jetzt beinahe schon damit gerechnet, dass mir jetzt "über den mund gefahren" wird.
     
  10. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

    Registriert seit:
    19. Oktober 2008
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    Ort:
    NRW ~ Ruhrcity
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Hallo Antidogmatismus,

    Welche Hegel-Lektüre hat Du denn gelesen?
    Welche Sekundarliteratur über den Deutschen Idealismus und Hegels Philosophie sind Dir bekannt?

    Zu 1. Wo steht das so?
    Ich habe andere Information:
    Demnach ist der Zweck des Staates, die Vernunft zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang - aber auch im historischen Kontex dazu - kann man das Folgezitat Hegels mal in einer anderen Betrachtung zu erfassen zu versuchen....
    "Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig."
    Axls Begriffskompression = > Vernunft ist wirklich, das heißt sie wirkt, erzeugt eine Wirkung.
    Bei Sören Kierkegaard wird das Wirkliche zur einmaligen und individuellen Existenz.

    Persönlich finde ich Kierkegaard und auch Feuerbachs Kritik sehr wetvoll. Feuerbach beschäftigt sich mehr mit der Religionsphilosophie, kann diese aber weder durchdringen, noch überwinden. Bei den Begriffen Liebe und Seele zeigt sich das. Bei Kierkegaard wird die ZWINGENDE NOTWENDIGKEIT einer Relativierung all jener absoluten Begriffe von Nöten, weil die Glaubenskriege sich in zwei vorherrscheden Lagern aufteilten und die revolutionäre Meute nicht mit dem Absoluten allein gelasen werden kann. Seine Kritik an Hegel, dreht diesen nicht so einfach wie Marx um, sondern er zeigt vom Fuindament aus an, wo sich jene abstrakten Bereiche abzeichnen, über die man keine philosophischen Systeme errichten kann.

    Sir Popper schießt sehr weit über die Hegel-Begriffe hinaus und selektiert sich jene Häpchen so zurecht, damit diese eine eindrucksvolle Wirkung erzeugen. Sie versteht sich weniger als Philosophie, als viel mehr als ein hervorragendes Politikum, um verkrustete staatliche Strukturen aufzuzhebeln.

    Na ja - den Schopi-Faden wirtst Du hier noch selst entdecken können, dann spare ich mir meine Meinung dazu....

    Zu 2. Was soll der Titel allein sagen?

    Zu 3. Hegel schreibt sein Denken an und für sich auf, welches sich nicht beschränken lässt. Wenn man die Form verlässt, um die Inhalte und Substanzes des Hegel zu erfassen, wird einem persönlich schlecht werden, in wie weit man sich selbst im Denken beschränkt und reduziert hat.

    Zu 4. Die Logik zu widerlegen ist nun kein Kunststück. Man bedenke, dass es sich einerseits um die logische Form und anderseits um logische Inhalte geht.
    Hier mal Logik Stufe II:
    http://www.denkforum.at/threads/7448&highlight=logik

    Nur noch kurz als Hinweis: Die Hegel-Dialektik wäre demnach die Form.

    Lieben Gruß
    Axl
     

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