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Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Dieses Thema im Forum "Die Philosophen" wurde erstellt von FritzR, 6. Juni 2009.

  1. mwirthgen

    mwirthgen New Member

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    20. Dezember 2002
    Beiträge:
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    Hamburg
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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    So isch's no au widr: I kenn me en dr schwäbischa Hochsproch ond Rechdschreibong net aus, au wenn i mi als "schwäbischer Native-Speakter" bezeichna ko.
    Kend ds sai, dass ds Schwäbisch em Nordweschda von Bada-Wirdaberg a bissle andrsch isch als ds Schduargrdr Schwäbisch, mit dem i uffgwaxa ben?
    I leb 40 Jor lang en Hamborg ond ben aus dr Übung.
    Han i jetzat widr was vrhonzt?

    manni :)
     
  2. FritzR

    FritzR Active Member

    Registriert seit:
    6. Oktober 2008
    Beiträge:
    2.809
    Ort:
    Im Nordwesten Baden-Württembergs
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    * Na bitte!

    **Ich bin am Neckar geboren und aufgewachsen, zwischen Stuttgart und Heilbronn. Schwäbisch war meine erste Fremdsprache, die ich im Kindergarten lernte. Ich ging in Rottenburg zur Schule und studierte in Tübingen. Älles am Näggr!

    Hier im Nordwesten betrachtet man mich als "Ausländer".

    Du wirst doch nicht behaupten wollen, dass man in Stuttgart "jetzscht" sagt und "Ves-per". Wir sind doch nicht in Norddeutschland, wo man über einen s-pitzen S-tein s-tolpert.

    Sp und st wird im Schwäbischen nicht nur am Wortanfang schp und scht, oder noch besser weich: schb und schd gesprochen.

    Wurschd, Durschd, Bruschd, Veschbr, Weschb, Feschd etc.

    Ich würde lieber "ietz" schreiben, eventuell verlängert: ietzat oder ietzatle

    Ich bemühe mich, mich beim dialektalen Schreiben an die Lautung des "Schwäbischen Handwörterbuchs" zu halten. Das klappt nicht immer. Z. B. bei den Nasallauten.

    Gruß Fritz
     
  3. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

    Registriert seit:
    19. Oktober 2008
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    NRW ~ Ruhrcity
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Georg Wilhelm Friedrich Hegel war einer der letzte großen Philosophen.
    Sicherlich gab es einige große Philosophen, manche von ihnen jedoch waren noch größer.
    Hegel war und ist so ein Gigant.

    Die Faszination liegt nicht in der verschachtelten, hoch geschraubten Sprache, sondern in der einzigartigen Tiefgründigkeit seiner dargelegten Gedanken.

    Er hat all jene metaphysischen Begrifflichkeiten (Kosmos, Seele, Gott, Liebe usw.) zu einem Begriff – dem des Absoluten – zusammengefügt.
    Dieses jedoch mit dem Absolutismus des Sonnenkönig Ludwigs zu verwechseln, zeigt schon auf, dass man sich weder mit Hegel, noch mit seinen Schriften befasst hat.

    Aussagen über Hegel gibt es viele. Nochmehr meinen Hegel wäre überholt, verstaubt und würde nicht mehr in die Zeit passen.
    Dem ist nicht so. Gerade Hegel erfährt eine Wiederbelegung derweil.
    Seine >> Phänomenologie des Geistes << ist ein zeitloses Meisterwerk der Philosophie – kein anderes philosophisches Buch, hat mein Denken mehr aufsprengen können. Das sich entfaltende Denken, die dialektische Denkbewegung, das Zusammenführen von Begriffen, welche eine Einheit bilden, das an und für sich erscheinende Scheinbare durchdringen, um das Sein, welches stets im Werden ist, zu vollem Bewusstsein zu bringen – all das und noch viel mehr, begründet meine Faszination an Hegels Philosophie.

    Man kann Tatsachen nicht dadurch ändern, dass man sie verleugnet. Und Hegel ist eine Tatsache, so wie das Philosophieren auch bei Wittgenstein eine Tätigkeit ist (Satz 4.112 Tractatus). Hier gilt es die Aktivität zu erkennen, weil eben die Tat immer aktiv vollzogen werden muss, im Unterschied zur Handlung, die auch passiv ausgeführt werden kann.

    Zu begreifen, das Hegel nichts zum Greifen anbietet, weil eben die "flüssige Natur" nur den Anschein abbildet, verinnerlicht die vielzitierten Worte des Heraklit "Alles fließt". Das Denken ist eben nicht starr und verankert, sondern es befindet sich aktiv in einer andauernden Bewegung, die das Denken selbst ist.

    "Das zuerst verborgene und verschlossene Wesen des Universums hat keine Kraft, die dem Mute des Erkennens Widerstand leisten könnte; es muß sich ihm auftun und seinen Reichtum und seine Tiefe ihm vor Augen und zum Genusse geben."

    schrieb Hegel :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Juni 2009
  4. Pablo

    Pablo New Member

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    Beiträge:
    60
    Ort:
    München
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Hegel schreibt wirklich oftmals sehr schwer verständlich, aber inhaltlich ist er nach wie vor aktuell. Ich habe hier einen kurzen Auszug über sein Denken, das von Wilhelm Weischedel in seinem Buch "Die philosophische Hintertreppe" geschrieben wurde:


    Gruß

    Paul
     
  5. moebius

    moebius Well-Known Member

    Registriert seit:
    11. März 2009
    Beiträge:
    42.487
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Sehr schönes Zitat!!!
    Gruß zurück, moebius
     
  6. Reinhard70

    Reinhard70 Active Member

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    im Bereich der schönsten Seen Bayerns
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    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Hier noch etwas "Wunderbares" dazu
    - etwas kürzer:
    Hegel ist der Auffassung, "in seinem eigenen
    System habe die Philosophie ihr schlechthinniges
    Ende gefunden; der absolute Geist sei nun endlich
    aus der die ganze Geschichte bestimmenden
    Entzweiung zu sich selber gekommen und habe
    sich mit sich selbst und mit der Wirklichkeit
    versöhnt."
    - Wilhelm Weischedel, Philosophische Grenzgänge,
    1967, Seite 16. ​


    Viele Grüße
    von
    Reinhard
     
  7. FritzR

    FritzR Active Member

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    Im Nordwesten Baden-Württembergs
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel


    Dazu hatte er das Glück, den Weltgeist zu Pferde an sich vorbeireiten zu sehen.
    In einem Brief an den Studienfreund Niethammer schrieb er zwar:
    "Den Kaiser - diese Weltseele - sah ich durch die Stadt zum Rekognoszieren hinausreiten."

    Später machte er aus der Weltseele den Weltgeist.
     
  8. FritzR

    FritzR Active Member

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    Im Nordwesten Baden-Württembergs
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Dazu: http://www.sueddeutsche.de/politik/779/455455/text/
     
  9. moebius

    moebius Well-Known Member

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    11. März 2009
    Beiträge:
    42.487
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Sehr schöner Hinweis!
    Aber nach HEGEL ist die Geschichte der Philosophie weitergegangen, z.B.:
    Links-Hegelianer (K. Marx!) , Rechts-Hegelianer, Kierkegaard, Nietzsche, vom 20. Jahrhundert und seinen vielen Strömungen gar nicht zu reden...
    Frage:
    Beruht HEGEL's Überzeugung, die Philosophie könnte in einem System zu Ende gebracht werden, möglicherweise auf einem fatalen Irrtum :confused:
    Und welches Verhältnis besteht zwischen ihm als endlichem, sterblichen Subjekt ("menschlicher Geist") und dem "absoluten Geist":dontknow:
    Viele Grüße, moebius
     
  10. Aktivdenker

    Aktivdenker New Member

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    NRW ~ Ruhrcity
    AW: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

    Hallo Reinhard,

    Weischedel ist wirklich sehr sprachgewaltig.
    Er schafft es die entscheidenen Hegelbegriffe auf ein Minumum zu reduzieren, ohne deren Tiefsinnigkeit zu elimenieren.
    Es hat schon was recht poetisches, das die Entzweiung des Geistes sich mit der Wirklichkeit selbst versöhnt.

    Vielen Dank für das Zitat.

    Lieben Gruß
    Axl
     

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